Kriegsanleihen – so finanziert man Kriege
Ein Krieg ist teuer: Material, Soldaten, Kampfmittel wie Panzer und Drohnen, Ausrüstungen, Transport und Wartung, verschlingen jeden Tag sehr hohe Summen, wenn sie im Einsatz sind. Für jedes kriegführende Land bedeutet der Kriegsausbruch eine immense Belastung des Haushalts und führt häufig zu einer exorbitant hohen Neuverschuldung durch Finanzierungen und Kredite. Um nicht Staatsanleihen an andere Länder auszugeben, sich damit immer höher zu verschulden oder gar von anderen Staaten abhängig zu werden, gibt es jedoch andere Finanzierungsmöglichkeiten. Die sogenannte Kriegsökonomie umfasst unter anderem das Nachdrucken von Geld, die Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie die Ausgabe von Kriegsanleihen, im englischsprachigen Raum “war bonds” genannt. So werden teure Kredite umgangen. Kosten von Krediten berechnen mit dem Kreditrechner von www.kreditrechner.be.
Die Einführung von Kriegsanleihen wird meist durch intensive Werbemaßnahmen eingeläutet. Ziel ist es, die Bevölkerung patriotisch zu stimmen und den eigenen Truppen die Unterstützung in der Heimatfront zu demonstrieren. Durch die Ausgabe der Kriegsanleihen nimmt der Staat Kredit bei seinen Bürgern. Die Bürger können nach Eintritt des Sieges mit einer hohen Verzinsung rechnen, die meist durch Reparationszahlungen – wie sie früher üblich waren – gezahlt werden. Im Falle einer Niederlage ist jedoch das eingesetzte Kapital verloren. Sollten nicht genügend Kriegsanleihen ausgegeben werden, besitzt die Regierung die Möglichkeit, Banken und Finanzinstitute zur Abnahme der Anleihen zu zwingen.
Eine der größten Kriegsanleihen vollzog sich in Deutschland während des Ersten Weltkrieges: insgesamt neun Kriegsanleihen sicherten ca. 98 Milliarden Mark, die über zwei Drittel der Kriegskosten abdeckten. Auch im Zweiten Weltkrieg waren Kriegsanleihen ein gängiges Mittel, selbst in den USA. Mehr zum Thema Kriegsanleihen bei www.wikipedia.de.
Je länger ein Krieg dauert, desto teurer wird er. Kriegsanleihen als Mittel zur Finanzierung sind unter anderem deshalb so aktuell, weil die USA seit dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal darüber nachdenken, solche Anleihen auszugeben. Die einstige Weltmacht weist eine Staatsverschuldung über zwei Billionen Dollar aus, was etwa 95 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts entspricht (Stand: 2010). Bis 2010 haben die Kriege in Afghanistan und Irak die USA mit Folgekosten von etwa vier Billionen Dollar belastet. Beide Kriege sind nicht vorbei, zudem schwankt die Konjunktur nach der Weltfinanzkrise 2007 und dem Untergang der Investment Bank Lehman Brothers immens. Die geführten Kriege führen zu einer derartigen Überschuldung, dass das amerikanische Parlament bereits im Jahr 2009 über die Ausgabe von Kriegsanleihen nachdachte – ein Novum in der Nachkriegszeit. Nun droht den USA im August 2011 die Zahlungsunfähigkeit. Die Ausgabe von Kriegsanleihen könnte zumindest die Belastungen für militärische Einsätze spürbar senken – zumindest kurzfristig.